Autor: Karin Kehrer Seite 29 von 30

Rohrbach-Berg, Oberösterreich

Der Countdown läuft …

Morgen, 07. Oktober 2016 um 19:30 Uhr Lesung im Frauennetzwerk Rohrbach mit Saraphina J.C. Rose und Silvia Rhom!

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Treffpunkt Bücherzelle

Lesungen mit drei Autorinnen aus dem Mühlviertel:

Karin Kehrer: „Schmetterlingstränen“ – poetischer Thriller

Cover Schmetterlingstränen
Saraphina J.C. Rose: „Phoenix – Durch dich erwacht“ – erotischer Liebesroman
Silvia Rhom: „Nestsplitter“ und „Unter Zyklamen“ – Lyrik

Im Anschluss gibt es ein Buffet, welches von Asylwerberinnen zur Verfügung gestellt wird.
Die musikalische Umrahmung ist eine Überraschung!

Termin: Freitag, 7. Oktober 2016 um 19:30 Uhr
im Frauennetzwerk Rohrbach, Stadtplatz 16/2
Kosten: freiwillige Spenden
Um Anmeldung beim Frauennetzwerk Rohrbach bis 04. Oktober 2016 wird gebeten!

Freue mich schon sehr auf diese Veranstaltung! Kommt doch einfach vorbei!

 

 

Nach dem Buch ist vor dem Buch

Über nicht bereits Vollendetes rede ich normalerweise nicht gerne. Also nur so viel: Ich arbeite an einem neuen Krimi – diesmal aber mehr „cosy“. Es geht um eine pensionierte Handarbeitslehrerin mit eigenwilligem Geschmack, einen kapriziösen Chorleiter/Komponisten und natürlich um Mord.
Mehr verrate ich jetzt noch nicht …

9. und letzter Tag: Die lange Heimreise

Ein wenig mulmig ist mir an diesem Morgen nach dem Aufwachen zumute. Hätte ich den Gin & Tonic gestern Abend doch nicht mehr trinken sollen? Oder liegt es daran, dass ich um 6.00 Uhr früh einfach noch viel zu müde bin?
Aber als ich die Enge der Kabine verlasse, weiß ich, was los ist. Das Schiff schwankt spürbar, ein leichter Anfall von Seekrankheit also. Schade – denn das umfangreiche Frühstücksbuffet kann ich so leider nicht würdigen.
In Rotterdam empfangen uns frische 20 Grad und Regen. Die Fahrt geht durch das Hafengelände, es erstreckt sich über 40 km und bildet somit den größten Hafen Europas.
Uns stehen gut 1.000 km Fahrt über Eindhoven, Koblenz, Mannheim, Heilbronn, Nürnberg, Regensburg und Passau bevor, die wir jedoch unterhaltsam gestalten werden. Der Highland-Chor tritt noch einmal in Action. Mit Singen lässt sich die Zeit wirklich gut vertreiben! Ein kleines Nickerchen zwischendurch schadet allerdings auch nicht.
Sogar ein Bordkino gibt es im Bus. Am liebsten würde ich sofort wieder umdrehen und zurückfahren, als ich den Film über die schottischen Inseln sehe. Es gäbe noch so viel zu entdecken in diesem wunderschönen Land.
Nach 14 Stunden eigentlich kurzweiliger Busfahrt trudeln wir um Mitternacht zu Hause ein.
Viel zu kurz kommt mir unser 9-tägiger Ausflug nach Schottland vor. Dank unseres erfahrenen Reiseleiters haben wir viel Interessantes gehört und gesehen – auch Attraktionen abseits der Touristenpfade. Obwohl ich normalerweise lieber auf eigene Faust unterwegs bin, habe ich mich in der angenehmen Gesellschaft unserer Mitreisenden sehr wohl gefühlt. Das Programm hat von allem etwas geboten und war gut eingeteilt. Und wer weiß – vielleicht geht es ja wirklich nächstes Mal nach Irland?

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8. Tag: Hätt ich einen Zauberbesen …

Unsere Schottland-Reise neigt sich langsam aber sicher ihrem Ende zu. Mit ein wenig Wehmut verlasse ich Edinburgh. Ich wäre gerne noch länger geblieben, auch wenn ich die Stadt mittlerweile schon das dritte Mal besucht habe. Aber was ist das schon? Es gäbe noch so viel zu entdecken, zu sehen, zu erfahren. Ich hoffe, es war nicht mein letzter Besuch in der schottischen Hauptstadt …
Bevor wir die lange Heimreise mit dem Bus antreten, halten wir noch für eine Besichtigung von Alnwick Castle. Wir sind jetzt schon in Nordengland, genauer gesagt in Northumberland.
Alnwick Castle (gesprochen „Ännick“ ist nach Windsor der zweitgrößte Adelssitz Großbritanniens und Stammsitz der Familie Percy, deren Oberhaupt den Titel „Duke of Northumberland“ trägt.

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Beeindruckend der Eingangsbereich mit den breiten Treppen. Leider ist hier Fotografieren verboten. Wir staunen über die Prunkräume und ich bin fasziniert von so viel Familiengeschichte.
Auch hier zeigt sich wieder, dass die Burg nach wie vor bewohnt wird. Neben aktuellen Familienfotos findet sich in der wunderschönen alten Bibliothek ein großzügiger Flachbildschirm!
Die weitläufige Burg mit der Wehranlage war oftmals Filmkulisse, u.a. auch für zwei Staffeln von Downton Abbey. Fans der Serie können Kostüme und andere Requisiten besichtigen.
Auf dem Rasen üben Kinder fleißig das Fliegen mit dem Zauberbesen. Hier wurden die Quidditch-Szenen aus Harry Potter gedreht. So ein Zauberbesen wäre schon etwas Feines! Man wäre im Nu an den schönsten Orten. Nur – regnen sollte es vielleicht besser nicht …
Unsere Fahrt geht weiter Richtung Süden über Newcastle und York nach Kingston upon Hull – oder einfach nur kurz „Hull“. Hier entern wir die „Pride of Hull“, die Fähre nach Rotterdam. Sie fasst etwa 1.300 Passagiere und beinahe kommt man sich wie bei einer Kreuzfahrt vor. Die Innenkabinen sind mit Stockbetten, Dusche und WC nur mit dem nötigsten ausgestattet, aber es gibt ein großzügiges Buffet am Abend. Während wir das Essen genießen, verlässt die Fähre den Hafen und wir genießen noch einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.

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7. Tag: Ein Tag für eine Stadt

Diesen Tag widmen wir der Stadt Edinburgh. Nach dem Frühstück treffen wir Inge, eine bezaubernde alte Dame aus Deutschland, die ihr Herz an die schottische Hauptstadt verloren hat und die uns einige Sehenswürdigkeiten zeigen wird.
Edinburgh besteht aus New und Old Town, wobei auch die „neue“ Stadt schon an die 200 Jahre alt ist.
Zwischen Old Town und New Town befindet sich eine Senke, „The Mound“ genannt. Hier war früher Sumpfgebiet, jetzt ist dort ein wunderschöner Park.
Aus Platzmangel wurden bereits im Mittelalter mehrstöckige Häuser errichtet. Die unteren Stockwerke wurden von der ärmeren Bevölkerung bewohnt. Die hygienischen Bedingungen waren allerdings unbeschreiblich. Jeglicher Unrat wurde auf den Straßen entsorgt. Um dem Morast zu entgehen, wurden Brücken gebaut. So entstand eine Art unterirdische Stadt, die auch heute noch wie ein Labyrinth den Untergrund bildet und beliebtes Ziel von Gruseltouren ist.
Wie Wohnungen im georgianischen Zeitalter aussahen wird z.B. am Moray Place an einem imposanten halbkreisförmigen Bau deutlich. Die Kellerwohnungen, die damals dem Personal vorbehalten waren, sind heute sehr begehrt, weil sie Zugang zu kleinen Gärten – den ehemaligen Küchengärten – bieten.

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Allgegenwärtig ist natürlich der Anblick von Edinburgh Castle. Die Festung wurde auf einem Vulkanfelsen errichtet und ist wahrscheinlich die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Schottland. Um diese weitläufige Anlage zu besichtigen, bräuchte man alleine einen ganzen Vormittag.
Von der Burg führt die Royal Mile – die „königliche Meile“ – zu Holyrood Palace, dem königlichen Palast. Die Queen veranstaltet hier alljährlich ihre berühmte Gartenparty. Besonders malerisch: die Ruinen von Holyrood Abbey. Die Abtei wurde im 12. Jahrhundert errichtet und ihre Überreste werden immer wieder auch als Filmkulisse genutzt.
Einen kurzen Blick dürfen wir auf das Parlamentsgebäude werfen, auf das die Schotten besonders stolz sind. Auch mir gefällt der moderne, sehr markante Bau.
Hinter dem königlichen Palast erheben sich weitere Vulkanfelsen – Arthur’s Seat und die Salisbury Crags. Wir haben eine Sondergenehmigung und dürfen die Straße hochfahren, die zu den Salisbury Crags führt. Von oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf Edinburgh.
Gegenüber der Burg liegt Calton Hill mit dem National Monument, einem unvollendeten Bauwerk im griechischen Stil, das Nelson Monument und das Observatorium. Wir genießen die wunderbare Aussicht auf die Stadt in diesem schönen Park.
Ins Auge fällt auch das Scott Monument auf der Princes Street – das wohl größte Denkmal, das je einem Schriftsteller gewidmet wurde. Sir Walter Scott hat mit seinen Werken wesentlich das Bild der englischen Literatur geprägt.
Die Stadtrundfahrt endet beim Calton Hill, den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung.
So viel gäbe es noch zu sehen in meiner Lieblingsstadt, die voller Geschichten ist. Leider reicht die Zeit nur für einen kurzen Eindruck. Zum Glück ist das nicht mein erster Besuch hier – und hoffentlich auch nicht der letzte!
Wir kehren zurück zur Royal Mile, um die Zeit nach einer köstlichen Portion Fish & Chips für einen Einkaufsbummel zu nützen.
Zuerst besichtigen wir aber noch St. Giles Cathedral, die Hauptkirche der Church of Scotland. Besonders beeindruckend: die Thistle Chapel mit wunderschönen Holzschnitzereien.

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Unser Bummel über die Royal Mile führt uns in die „Fudge Kitchen“, in der wir uns mit sündhaft süßen Köstlichkeiten eindecken. Hier kann man sogar bei der Produktion zusehen und wir nützen die Gelegenheit zum Kosten.
Leider kann ich meinem Lieblingsbuchgeschäft nur einen kleinen Abstecher widmen.
Nach unseren diversen Einkäufen treffen wir uns im „White Hart Inn“, dem ältesten Gasthaus von Edinburgh auf dem Grassmarket zu einem entspannten Glas Bier.

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Nach dem Abendessen versammeln wir uns im Park beim Hotel und geben als „Highland Chor“ ein paar Musikstücke zum Besten – als Einstimmung auf das Festival, das am 5. August beginnt. Besonders eine Japanerin ist ganz entzückt von unseren Darbietungen.
Mein Mann und ich treffen noch unseren Neffen, der sich zufällig an diesem Abend auch in Edinburgh aufhält.
Mit einem Fußmarsch durch die nächtlich-ruhige Stadt endet dieser Tag.

6. Tag: Die schönste Ruine Schottlands und ein perfekter Garten

Wir verlassen Aberdeen und reisen weiter Richtung Süden.
Unser erstes Ziel heute ist Stonehaven, ein malerisch gelegener Fischerort. Graue Steinhäuser gruppieren sich um die Bucht. Ein paar Hundebesitzer sind mit ihren Lieblingen an diesem Sonntagmorgen bei einem Strandspaziergang anzutreffen, eine keuchende Joggerin begegnet uns. Der Ort wirkt ruhig und idyllisch. Hier könnte man so richtig die Seele baumeln lassen!

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Es geht aber weiter nach Dunnottar Castle – die Lieblingsburg unseres Reiseführers Robert und ich kann ihn sehr gut verstehen. Bei unserem letzten Besuch herrschte dichter Nebel, der einen eigenen Zauber über die Ruinen legte. Heute – bei Schönwetter – ist erst so richtig die einmalige Lage auf der felsigen Landzunge auszumachen. Der ein wenig beschwerliche Anmarsch lohnt sich auf jeden Fall! Einen wunderschönen Kontrast zu den grauen Mauern bildet der saftig grüne Rasen und es herrscht eine eigene Atmosphäre an diesem Ort, die man bei einem Spaziergang durch die Anlage genießen sollte.

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Zur wechselvollen Geschichte gäbe es einiges zu berichten. Schon in grauer Vorzeit war diese Landzunge aufgrund der strategisch günstigen Lage besiedelt. Der Großteil der Gebäude, die man jetzt besichtigen kann, stammen aber aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
In Dunnottar wurden die schottischen Kronjuwelen vor Oliver Cromwell versteckt.
In der „Whigs Vault“, einem Kellergewölbe wurden 1685 die sogenannten „Covenanters“ inhaftiert, weil sie Protestanten waren. Zwei Monate lang mussten an die 170 Personen in einem Raum von 50 m² ohne sanitäre Einrichtung ausharren!
Spuken soll es auch auf Dunnottar Castle: In der Küche kann man ab und zu eine junge Frau in grünem Kleid sehen. Wir treffen eine junge Frau in grünem T-Shirt, die sorgfältig eine der Holztüren poliert und eine andere, die Steine abbürstet. Ruine auf Hochglanz gebracht!
Mit ein wenig Wehmut verlasse ich diesen einmaligen Ort, an dem eine ganz besondere Stimmung herrscht.
Aber schon wartet das nächste Highlight auf uns: Die Drummond Castle Gardens in der Nähe von Crieff, angeblich der schönste formale Garten Schottlands.
Gleich beim Eintritt etwas zum Schmunzeln: Senioren werden hier als „Super adults“ bezeichnet.
Das ursprüngliche Schloss wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet, der restliche Teil um einiges später. Der Garten ist typisch schottische Renaissance in Form eines Andreaskreuzes und geht danach in einen Wald über. Von der Terrasse aus hat man einen wunderschönen Blick auf die ganze Anlage mit Hecken, Blumenbeeten, dazwischen klassische Statuen.

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Aber auch ein Nutzgarten mit Glashäusern kann besichtigt werden. Ein Paradies für Gartenliebhaber und solche, die es werden wollen! Immer wieder gibt es kleine Überraschungen wie versteckte Statuen, ein uralter Baum, dessen Äste wie eine Kuppel geformt sind und ein perfektes Versteck bilden. Handtellergroße Rosenblüten in leuchtenden Farben, die wunderbar duften. Sträucher mit riesigen Himbeeren, die geradezu danach schreien, gepflückt zu werden – leider durch ein Drahtgeflecht geschützt.

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Wir bummeln ganz entspannt durch die wunderschöne Anlage. Danach gibt es noch Picknick und Lieder auf dem Parkplatz. Den wir dann beinahe nicht verlassen können, weil parkende Autos den Bus blockieren. Naja, eigentlich hätte ich gar nichts dagegen gehabt, noch ein wenig zu bleiben.
Aber dann geht es doch weiter – zurück nach Edinburgh, dem Ausgangspunkt unserer Reise.
Bevor wir das Abendessen im Hotel am Bruntsfield Place einnehmen, gönnen wir uns noch ein Bier im „Blackbird“ und genießen dann das gute Essen in der netten Gesellschaft unserer Mitreisenden.

Vorschau Termine Herbst/Winter 2016

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Freitag, 07. Oktober 2016

Lesung „Schmetterlingstränen“ im Frauennetzwerk Rohrbach, im Trio mit Saraphina J.C. Rose und Silvia Rhom

Beginn: 19:30 Uhr

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Samstag, 05. November 2016

„Winterzauber“ – Schreibwerkstatt am Unterkagererhof

Dauer: 09:00 – 17:00 Uhr

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Freitag, 20. Jänner 2017

Lesung „Schmetterlingstränen“ in der Raiffeisenbank Rohrbach mit musikalischer Begleitung durch Robert u. Georg Höfler

Beginn: 19.00 Uhr

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5. Tag: Whisky und Dudelsack

Heute heißt es früh aufstehen, Frühstück wird nämlich schon um 6:30 Uhr serviert – aus organisatorischen Gründen, weil das Hotel ausgebucht und auch noch eine spanische Reisegruppe abgefertigt werden muss.
Weiter geht es geht von Strathpeffer, dem Kurort, den verblasster Glanz auszeichnet, über Culloden Richtung Elgin.
Bei Culloden befindet sich das berühmte Schlachtfeld, auf dem die Truppen von „Bonnie Prince Charlie“ vernichtend geschlagen wurden. Es gibt dort ein Besucherzentrum und eine Wiese, auf der mit färbigen Fähnchen die Stellungen der Schotten und Engländer bezeichnet sind sowie ein uraltes Cottage zu besichtigen.
Wir begeben uns jetzt auf den Whisky-Trail, unser Ziel ist die Glen Grant Destillery in Rothes. Die Besichtigung einer Destillerie gehört nun einmal zu einer Schottland-Reise dazu! Es gibt unzählige davon in dieser Gegend, die nach dem Fluss Spey als „Speyside“ bezeichnet wird. Die Whiskys hier sind sehr mild, weil sie wenig oder gar nicht getorft – also ohne Rauchgeschmack – sind.
Eine nette Italienerin in Schottentracht empfängt uns. Wie das? Nun, die Glen Grant Destillery gehört dem Campari-Konzern. Die ursprüngliche Destillerie wurde 1840 von John und James Grant gegründet, wurde dann aber verkauft – wie so viele Betriebe hier.
Über die Geheimnisse der Whisky-Herstellung werde ich mich hier nicht auslassen, das würde zu lange und zu kompliziert werden.
Wir verkosten zwei Proben des Ergebnisses und verlassen nach dem entsprechenden Einkauf beschwingt den Betrieb.

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Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, gibt es Picknick beim Bus mit Geselchtem, Kartoffeln und Kraut.
Danach geht es weiter Richtung Aberdeen.
Eine abgesperrte Straße zwingt uns dazu, nach Dufftown auszuweichen. Was sich als echter Glücksfall herausstellt. Hier werden gerade Highland-Games eröffnet und eine Schar von geschätzt zweihundert Dudelsackbläsern und Trommlern marschiert an uns vorbei. Gänsehaut pur!
Tja, es sind diese unverhofften Begegnungen, die bei solchen Reisen am eindrücklichsten sind!

In Aberdeen erwartet uns Mr. Aidan, der perfekt deutsch spricht und uns durch die Stadt führen wird.
„Granite“ oder „Silver City“ wird Aberdeen auch wegen des vorherrschenden Baustoffes Granit genannt. Was an sonnigen Tagen prächtig aussieht, wirkt bei Regen grau und düster. Wir haben – wieder einmal – Glück. Das Wetter ist schön.
Besonders beeindruckend: das Marischal College, das zur Universität Aberdeen gehört. Leider ist es gerade eingerüstet.
Aberdeen ist seit 1495 Universitätsstadt für ca. 14.000 Studenten. Wir besichtigen das King’s College mit schönem Innenhof und die Kapelle, ebenso die Kathedrale St. Machar, die 1130 errichtet wurde und den dazugehörigen Friedhof.

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Sehenswert ist auch die malerische Altstadt.
Unser nächster Abstecher führt an den Hafen, von dem aus die Ölplattformen in der Nordsee versorgt werden.
Sofort ins Auge fallen der alte und der neue Hafenturm. Wir spazieren kurz durch das sogenannte „Footdee“, eine Ansiedlung von winzigen Häuschen, oft auch nur Container, die liebevoll mit Blumenschmuck herausgeputzt sind.

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Am Marktplatz verabschiedet sich unser Guide. Vor dem Abendessen ist noch Zeit für eine kurze Einkehr in einem Pub auf ein Pint Ale.
Das Abendessen fällt wieder sehr reichhaltig aus mit meiner Lieblingsnachspeise – ja, genau dem Sticky Toffee Pudding, diesmal noch angereichert mit Eis und Schlagobers. Schön langsam schlägt sich diese Reise ordentlich auf die Hüften!
Mit einem Glas Whisky beschließen wir den Abend.

 

4. Tag: Die meist fotografierte Burg und (k)ein Monster

Unsere Fahrt geht nach dem üblichen reichhaltigen Frühstück weiter Richtung Norden, wo die nächste Sehenswürdigkeit nicht lange auf sich warten lässt. Das Glenfinnan Monument am malerischen Loch Shiel erinnert an eine historische Figur, die von den Schotten besonders verehrt wurde. „Bonnie Prince Charlie“ verlor 1746 die Schlacht bei Culloden gegen die Engländer und konnte mit Hilfe von Flora MacDonald, die auch noch heute als Heldin gepriesen wird, in Frauenkleidern flüchten. Sein Leben beschloss er wenig rühmlich in Paris. Trotzdem sehen die Schotten in ihm eine Art Nationalheld.
Das Denkmal selbst, eine hoch aufragende Säule, steht an dem Platz, an dem der schottische Prinz sich mit seinen Mannen getroffen hat, um den Aufstand gegen die Engländer einzuleiten.

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Noch ein anderes bemerkenswertes Bauwerk befindet sich hier: das Glenfinnan Viaduct, bestens bekannt aus den Harry Potter-Filmen. Tatsächlich fährt auf der Strecke von Fort William nach Mallaig der „Hogwarts-Express“, ein Dampfzug, der allerdings in Wahrheit „The Jacobite“ genannt wird. Tickets dafür sollte man unbedingt im Internet vorbuchen, um die etwa zweistündige Fahrt genießen zu können. Leider ist das in unserem Programm nicht vorgesehen.
Die Fahrt geht weiter über Fort William. Der Ben Nevis, mit 1.345 m der höchste Berg Großbritanniens, zeigt uns sein wolkenverhülltes Haupt.
Unser Ziel ist aber die bestimmt meist fotografierte Burg Schottlands, Eilean Donan Castle. Die Burg, über eine schöne Bogenbrücke zu erreichen, war Kulisse u.a. für den „Highlander“ und auch einen James Bond-Film. Die strategisch günstige Lage hat schon in der Eisenzeit Siedler angezogen. Das heutige Aussehen verdankt die Burg nach einer wechselvollen Geschichte Leutnant-Colonel John MacRae-Gilstrap, der sie im Jahr 1912 restaurieren ließ.

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Eine gemütliche Schottin mit rotblonden Zöpfen erzählt uns launige Geschichten über die Familie MacRae. Ich staune über die Konsequenz, mit der das mittelalterliche Ambiente ohne jeglichen Komfort wiederhergestellt wurde. Ein Blick in Küche und Vorratskammer zeigt die zweifelhaften hygienischen Bedingungen, unter denen in früheren Zeiten gearbeitet wurde.
Ein kurzer Blick nochmals auf die wunderschön gelegene Festung – ich kann jetzt verstehen, warum sie als Fotomotiv so begehrt ist – und wir setzen unsere Fahrt fort.
Die interessanteste Sehenswürdigkeit in dem kleinen Ort Fort Augustus ist die Schleusenanlage des Caledonian Canal. Diese Wasserstraße verbindet die Ost- und Westküste Schottlands und wurde nur zu einem Drittel künstlich geschaffen, da die Eiszeit die Landschaft perfekt geformt hat. Kurz sehen wir zu, wie ein Boot durchgeschleust wird und fahren dann weiter.
Wir befinden uns jetzt am Südende des berühmtesten Sees in Schottland – Loch Ness. Insgesamt 37 km lang und an manchen Stellen nur 1,5 km breit weist er eine beachtliche Tiefe von 230 m auf. Platz genug, dass sich ein Monster darin verstecken kann?
Leider keine Spur von Nessie. Kein Wunder, es dürfte nebelig-düstere Nächte bevorzugen und nicht strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Uns ist es allerdings so lieber. Bis jetzt hatten wir überhaupt mit dem Wetter sehr viel Glück.

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Auf die Ruinen von Urquart Castle am Ufer des Loch Ness können wir nur einen kurzen Blick durch die Sträucher werfen. Das Besucherzentrum ist schon geschlossen und so leicht kommt man hier nicht ans Seeufer. Ich habe sie aber bei einem vorherigen Besuch schon gesehen und so bin ich nicht wirklich enttäuscht.
Einen weiteren Halt machen wir in Beauly. Ein französischer Orden gründete um 1230 ein Kloster, wie aus dem Ortsnamen ersichtlich. Es wurde, wie so viele andere, von Oliver Cromwell zerstört und ist jetzt nur mehr Ruine. Nicht nur die ist sehenswert, sondern auch der Friedhof. Hier würde ich gerne noch länger bleiben, um die alten Steine und Inschriften zu bewundern!

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Die Weiterfahrt wird dann spannend. Vor uns plötzlich eine Brücke, die nur bis 7,5 Tonnen Gewicht befahrbar ist. Der Bus wiegt aber insgesamt 24 Tonnen.
Unser Reiseleiter sondiert erst einmal den Bauzustand der Brücke. Seine Auskunft ist wenig beruhigend. Wir müssen aber drüber, ein Umweg würde uns zu viel Zeit kosten.
Was nun? Augen zu und durch?
So ganz wohl ist niemandem bei dem Gedanken. Vorsicht siegt, wir steigen alle aus, gehen zu Fuß auf die andere Seite, halten die entgegenkommenden Autos auf, denn die Brücke ist nur einspurig. Und dann drücken wir alle unserem Chauffeur die Daumen, dass er es schafft. Was er auch ohne Zittern und Zagen tut. Zugegeben, ein wenig mulmig war auch mir zumute!
Unser letztes Ziel für heute ist Strathpeffer. Der ehemalige Kurort träumt wohl noch von vergangener Glorie, wie die ehemals prächtigen Häuser bezeugen. Auch das Hotel, in dem wir heute übernachten, sieht nur auf den ersten Blick imposant aus.

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Als mein Mann das Handy aufladen möchte, fällt ihm gleich die ganze Konsole samt Stecker entgegen und ein anderer Reiseteilnehmer berichtet, dass er beinahe von einem Spiegel getroffen worden wäre, der sich von der Wand gelöst hat. Nun ja – ein bisschen Abenteuer muss sein!
Das Abendessen ist allerdings köstlich. Meeresfrüchte, Hühnerfilet, mit Haggis gefüllt und eines meiner Lieblings-Desserts, der Sticky Toffee Pudding, entschädigen für den verblichenen Luxus und die kleinen Unannehmlichkeiten.

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